Warum schon in der Grundschule programmieren?

Programmieren klingt nach Bildschirmen voller Code. In der Grundschule geht es um etwas anderes: Kinder lernen, eine Aufgabe genau zu beschreiben, sie in kleine Schritte zu zerlegen und diese Schritte in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Funktioniert die Lösung nicht, suchen sie den Fehler, ändern einen Schritt und probieren es noch einmal. Dieses Vorgehen brauchen sie in Mathematik, beim Schreiben einer Anleitung im Deutschunterricht oder beim Planen eines Versuchs im Sachunterricht.

Der Vorteil eines Programmier-Einstiegs: Die Rückmeldung kommt sofort und ist eindeutig. Der Roboter erreicht das Ziel – oder er bleibt vor dem Hindernis stehen. Kinder erleben dabei, dass Fehler ein normaler Teil des Lernens sind und sich systematisch beheben lassen. Weil die Befehle als Blöcke angeordnet werden, müssen Kinder weder tippen noch eine Fachsprache beherrschen, um erste Erfolge zu haben.

Welche Kompetenzen gefördert werden

Die Kultusministerkonferenz hat 2016 die Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ beschlossen. Sie beschreibt sechs Kompetenzbereiche, die Schülerinnen und Schüler bis zum Ende der Pflichtschulzeit erwerben sollen – beginnend mit den Kindern, die zum Schuljahr 2018/19 eingeschult wurden:

  1. Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren
  2. Kommunizieren und Kooperieren
  3. Produzieren und Präsentieren
  4. Schützen und sicher Agieren
  5. Problemlösen und Handeln
  6. Analysieren und Reflektieren

Programmieren mit Befehlsblöcken knüpft vor allem an den Bereich Problemlösen und Handeln an. Dort beschreibt die Strategie unter anderem, Algorithmen zu erkennen und zu formulieren, also eine strukturierte Folge von Schritten zur Lösung eines Problems zu planen und zu verwenden (Strategiepapier als PDF). Wenn Kinder ihre Lösungswege besprechen und eigene Level für andere bauen, kommen Kommunizieren und Kooperieren sowie Produzieren und Präsentieren hinzu.

Fachlich lernen die Kinder dabei drei Grundideen kennen, die in jeder Programmiersprache vorkommen:

  • Sequenz: Befehle werden der Reihe nach ausgeführt – die Reihenfolge entscheidet.
  • Schleife: Wiederholungen lassen sich kürzer ausdrücken, statt denselben Befehl mehrfach zu legen.
  • Bedingung: Das Programm reagiert unterschiedlich, je nachdem, was gerade zutrifft.

Dazu kommt ein Nebeneffekt, der auch Mathematik und Geometrie zugutekommt: Wer einen Weg durch eine 3D-Welt vorausplant, schult räumliches Vorstellungsvermögen und Orientierung.

Vorbereitung: Was Sie brauchen

Programmier-Vorkenntnisse sind nicht nötig. Planen Sie für die Vorbereitung etwa eine halbe Stunde ein:

  • Geräte: BLOXXY läuft im Browser auf PCs, iPads, Android-Tablets und Smartphones. Sie brauchen einen aktuellen Browser und eine Internetverbindung, aber keine Installation und keine Roboter-Hardware.
  • Selbst ausprobieren: Spielen Sie vorab einige Level im Freeplay-Modus – ohne Anmeldung. So kennen Sie die Befehle und typische Stolperstellen.
  • Zugänge: Mit der kostenlosen Testlizenz erhalten Sie einen Lizenzschlüssel per E-Mail, legen Ihren Lehrkräfte-Zugang an und erstellen 10 Zugangscodes. Für eine ganze Klasse bietet sich damit Partnerarbeit an.
  • Zugangskarten: Erstellen Sie im Lehrkräfte-Bereich ein PDF mit den Zugangskarten und drucken Sie es aus. In der Code-Übersicht können Sie zu jedem Code eine Notiz hinterlegen, etwa die Namen des Tandems.
Anleitung im Lehrkräfte-Bereich von BLOXXY: PDF mit Zugangskarten erstellen, Notizen hinterlegen und Karten an die Kinder ausgeben
Im Lehrkräfte-Bereich erstellen Sie ein PDF mit Zugangskarten und hinterlegen Notizen zu jedem Code.

Die erste Stunde: Ablaufvorschlag für 45 Minuten

Der folgende Vorschlag setzt keine Vorerfahrung der Kinder voraus. Passen Sie die Zeiten an Ihre Klasse an – wichtiger als das vollständige Durchlaufen aller Phasen ist, dass am Ende Zeit für das gemeinsame Gespräch bleibt.

  1. 0–7 Min.

    Einstieg ohne Gerät: Ein Kind ist der Roboter

    Ein Kind stellt sich an die Tafel und darf nur genau das tun, was die Klasse ansagt: „Vorwärts“, „Links“, „Rechts“. Ziel ist ein vorher markierter Punkt im Raum. Die Kinder merken schnell, wie genau eine Anweisung sein muss – und dass die Reihenfolge zählt.

  2. 7–12 Min.

    Anmelden per QR-Code

    Die Tandems erhalten ihre Zugangskarte und scannen den QR-Code oder geben den Code ein. Benutzername und Passwort sind nicht nötig. Teilen Sie die Rollen ein: Ein Kind legt die Befehle, das andere plant mit und prüft.

  3. 12–17 Min.

    Gemeinsam das erste Level lösen

    Zeigen Sie das erste Level über Beamer oder Display. Die Klasse schlägt die Befehle vor, Sie legen sie und starten den Roboter. Läuft er falsch, fragen Sie: „Bei welchem Befehl ist es passiert?“ So wird die Fehlersuche gleich zum Thema.

  4. 17–35 Min.

    Erkundungsphase in Partnerarbeit

    Die Tandems lösen die nächsten Level im eigenen Tempo und tauschen nach jedem geschafften Level die Rollen. Sie gehen herum und helfen mit Fragen statt Lösungen: „Was soll der Roboter als Nächstes tun?“ oder „Probiert es Schritt für Schritt aus.“

  5. 35–42 Min.

    Reflexion im Sitzkreis

    Sammeln Sie Erfahrungen: Was war schwierig? Wie habt ihr den Fehler gefunden? Führen Sie dabei Begriffe wie Befehl, Reihenfolge und Programm ein. Wer schon weiter ist, erklärt den anderen eine besonders knifflige Stelle.

  6. 42–45 Min.

    Ausblick

    Kündigen Sie an, dass die Kinder in einer der nächsten Stunden selbst ein Level für andere bauen dürfen. Das motiviert und leitet zum Welt-Editor über.

BLOXXY-Level: links die Befehlsleiste mit Vorwärts, Links, Rechts und Springen, rechts der Roboter im 3D-Spielfeld
Links liegen die Befehlsblöcke, rechts führt der Roboter das Programm sofort aus.

Nach der ersten Stunde

Werfen Sie nach der Stunde einen Blick in die Fortschrittsübersicht. Dort sehen Sie für jeden Zugang Sterne, gelöste Level und die Zahl der Versuche. Viele Versuche bei einem Level sind kein schlechtes Zeichen, sondern zeigen, wo ein Tandem hartnäckig gearbeitet hat oder wo eine kurze Hilfe sinnvoll wäre.

Fortschrittsansicht in BLOXXY mit Sternen, gelösten Leveln, Versuchen und Fortschrittsbalken
Die Fortschrittsübersicht zeigt Sterne, gelöste Level und Versuche je Kind.

In den Folgestunden bietet sich der Welt-Editor an. Dort gestalten Kinder eigene Level mit Wegen, Hindernissen, Start und Ziel und teilen sie mit anderen. Ein bewährtes Format: Jedes Tandem baut ein Level, ein anderes Tandem löst es und gibt Rückmeldung, ob es zu leicht, passend oder zu schwer war.

Welt-Editor in BLOXXY: Felder wie Weg, Hindernis, Start und Ziel auf einem Raster platzieren
Im Welt-Editor bauen Kinder und Lehrkräfte eigene Level.

Tipps zur Differenzierung

Programmieren eignet sich gut für heterogene Klassen, weil jedes Kind im eigenen Tempo vorankommt. Einige Ideen, wie Sie gezielt unterstützen und fordern:

Für Kinder, die mehr Unterstützung brauchen

  • Lassen Sie den Weg zuerst mit dem Finger auf dem Bildschirm nachfahren und laut mitsprechen, bevor Befehle gelegt werden.
  • Befehlskarten aus Papier helfen, eine Lösung erst auf dem Tisch zu planen und dann zu übertragen.
  • Ermutigen Sie dazu, das Programm nach wenigen Befehlen zu testen, statt alles auf einmal zu legen.

Für Kinder, die schneller vorankommen

  • Fordern Sie Lösungen mit möglichst wenigen Befehlen – hier werden Schleifen interessant.
  • Setzen Sie schnelle Kinder als „Expertinnen und Experten“ ein, die anderen mit Fragen statt mit fertigen Lösungen helfen.
  • Lassen Sie sie im Welt-Editor Level für die Klasse bauen. Wer eine gute Aufgabe gestalten will, muss die Lösung selbst durchdacht haben.

Für die ganze Klasse

  • Nutzen Sie den Welt-Editor, um eigene Aufgaben in passendem Schwierigkeitsgrad zu erstellen und mit Kolleginnen und Kollegen zu teilen.
  • Achten Sie auf eine Sprache, die alle mitnimmt: Befehle wie „Vorwärts“ oder „Links“ lassen sich auch mit Gesten verdeutlichen.

Häufige Fragen

Brauche ich als Lehrkraft Programmier-Vorkenntnisse?

Nein. Die App erklärt sich weitgehend von selbst, und die Level steigen im Schwierigkeitsgrad langsam an. Spielen Sie vorab einige Level im Freeplay-Modus, dann sind Sie gut vorbereitet. Bei Fragen erreichen Sie uns per E-Mail.

Ab welchem Alter ist BLOXXY geeignet?

BLOXXY ist für Kinder ab 8 Jahren gedacht. Es lässt sich in der Grundschule ebenso einsetzen wie an weiterführenden Schulen – im Sachunterricht, im Informatikunterricht oder fächerübergreifend.

Brauchen die Kinder ein eigenes Konto oder eine E-Mail-Adresse?

Nein. Jedes Kind bzw. Tandem erhält eine Zugangskarte und meldet sich per QR-Code oder Code an – ohne Benutzername und Passwort.

Reichen 10 Zugänge der Testlizenz für eine Klasse?

Für eine erste Erprobung ja, wenn die Kinder in Partnerarbeit arbeiten. Die Testlizenz umfasst 10 Zugangscodes für 30 Tage, ist kostenlos und endet automatisch. Für den regulären Einsatz gibt es Schullizenzen mit 50, 100 oder 300 Zugängen.